Eine Hingabe, die nährt

Wirkliche Hingabe ist wohl eine der schwierigsten Aufgaben für uns Menschen, denn sie bedeutet Loslassen im gleichen Maße. Die Hingabe an das Leben selbst ist aber tatsächlich die wichtigste Kraft, die jedem von uns innewohnt. Sie ist das Potential, mithilfe dessen wir unsere Realität erschaffen. Sie treibt uns an, unsere eigenen Handlungen sinnvoll zu gestalten.


Prioritäten zu setzen und klar zu stellen, dass nun eben jenes dran ist und nicht das, ja, womöglich sogar ich jetzt dran bin und nicht andere, ist dabei ein Balanceakt ohnegleichen und sich dem Leben vollumfänglich hinzugeben nicht immer einfach.


Denn schon zu Beginn unseres Lebens werden wir in die Abhängigkeit von unseren Eltern hineingeboren, welche sich selbst wiederum ebenfalls in der Abhängigkeit von einer bestimmten Gesellschaft befinden. Diese Gesellschaft wiederum ist abhängig von der Funktionalität bestimmter Strukturen und diese Strukturen wurden auch wieder von irgendwem gemacht.


Zu jeder Zeit wirken deshalb unzählige Verstrickungen auf uns ein und beeinflussen uns darin wie wir unsere Prioritäten setzen, wir unseren Alltag gestalten, unsere Entscheidungen treffen. Schnell ist der Raum gegeben für ein Gefühl, nicht genug Gutes zu tun, nur weil wir oberflächlich betrachtet nicht genug für diejenigen tun, von denen wir abhängig sind. Dabei wirken Kräfte, die wir teilweise nicht einmal begreifen können und wir erschöpfen uns darin, den Grund für unser Unwohlsein bei anderen zu suchen. Im schlimmsten Fall bestimmen wir einen nahestehenden Schuldigen für unser Leid, kämpfen uns in vermeintlicher Gewissheit weiter durch unseren Alltag, anstatt uns hin und wieder eine wirkliche Pause zu gönnen von diesem ganzen Kümmern, diesem Denken und Machen und Tun wegen irgendwem für irgendwen, anstatt unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst zu richten.


Um nicht zu einem Opfer der Erschöpfungsspirale zu werden, möchte ich Dir heute einen heilsamen Gedankengang schenken:


Du kannst anderen nur das geben, womit Du Dich erfüllt fühlst. Die anderen werden so lange Deinen Mangel an Selbstbewusstsein nutzen, bis Du die Kraft entwickelt hast, eben dieses aufzubauen und für Dich und Deine Bedürfnisse einzustehen. Das ist ihr Geschenk an Dich und somit ein Geschenk des Lebens selbst.

Auf diese Weise lernst Du zu wachsen und kannst auch andere dazu inspirieren, neue Seiten von sich zu entwickeln.

Wann immer Du also das Gefühl hast, von Dir zu viel für andere her zu geben, schau' in Deinem Groll nicht auf sie und hoffe, dass sie sich für Dich verändern. Lass' das einfach los. Atme durch.

Schau dann auf Dich und auf das, was Du noch lernen darfst, um Dich abzugrenzen.

Und genau da - in dem Moment, da Du dies tust - gibst Du Dich hin.

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